Ostern 2012 bei Wind und Wetter

"Der Steig ist superschön und auch anstrengend. Wir sind stolz ihn gelaufen zu sein .... Wir drei sind einheitlicher Meinung, dass wir diesen Steig nicht zum letzten Mal gegangen sind ..."

Miriam-Schuehrer-Zweitälersteig
Miriam-Schuehrer-Zweitälersteig

Das "Tagebuch der Wanderung auf dem Zweitälersteig" von Miriam:

5.4.2012

Geburtstag, schöner Tag,

Nachmittags zu Carmen und Oli, Geburtstagskuchen, dann aufgebrochen zur 5 Tage Wanderung Zweitälersteig im Südschwarzwald ...

Mit dem Zug in Waldkirch angekommen, erstmal unsere Pension Imhof gesucht, abends lecker beim Seppl gegessen.

Freu mich auf morgen und die nächsten Tage, wandern im Schwarzwald, Natur, körperlich, was erreicht haben, ....

6.4.2012

War ein schöner Wandertag. Neblich, frisch, bergauf... Aber wir sind gemütlich gewandert und es war schön und lustig. Auf dem Kandel sah man vor lauter Nebel nix! Aber wir haben den Kandelhof nach 4:45 Minute gefunden.... Leider mit kaltem Wasser geduscht. Abends Schnitzel gegessen und Karten gespielt. Und dann bin ich noch bei sternklarem Himmel und Vollmond los und hab geknipst. Kapelle und Wald und Mond. Hoch zum Kandel. Schön wars.... Und ich hab sehr gut geschlafen.

7.4.2012

Wunderschöner Tag. Am Kandel gestartet im leichten Schneetreiben, über Schneefelder bergab. Einkehr und Cappuccino am Plattenhof, Plattensee vorbei, Fliesjacke aus. Plötzlich sonnig, wunderschön, Zweribachwasserfälle runter und noch mal schöne Mittagspause an einem sehr schönen Rastplatz unterhalb der Wasserfälle. Viel fotografiert... Ist gut Kamera umgehängt zu haben. Das Tal hinten raus zieht sich, vorbei an Bauernhäusern, Wiesen, Gutach überquert und dann einen wunderbaren Bannwald hoch, am Bach und Moos besetzen Bäumen, Felsen. Abzweig nicht gefunden, kurze Etappe querfeldein durch den Wald, über die Mauer am Straßenrand geklettert, Straße englang, bis wir wieder auf dem Weg waren. Steil bergauf bis zum Hintereck. Nochmals ganz kurze Pause, Wasserbeutel am Brunnen füllen, schnell weiter, schon über 6,5 Stunden unterwegs, schöner steiler Abstieg... der dauert auch ganz schön lang, da es abwärts einfach langsam geht... Endlich, endlich, endlich im Tal an gekommen. Carmen fährt per Anhalter bis Simonswald. Wir laufen sehr zügig mit allerletzter Kraft noch die letzen 8 Kilometer im Tal entlang. Nach 9 Stunden endlich im Gasthaus zum Hirschen angekommen. Zimmer, warm Duschen, Lecker essen, Tag reflektieren und in Gedanken schon mal auf den nächsten schweren Tag einstellen. Mit schweren Beinen die letzen Treppenstufen bis ins Bett. Müde, fertig, Körper nachspüren, glücklich schlafen.

8.4.2012

Harter Tag... Schneetreiben und einfach bergauf... Carmen und Oli spurten vorneweg, ich stampf hinterher. Schöner Kreuzweg bis zu einer Kapelle. Immer wieder kommt die Sonne raus. Trotzdem ist's kalt und es geht stetig weiter bergauf. Auf der Höhe muss ich frische Sachen anziehen, da ich nass geschwitzt bin. Alles anstrengend. Oben liegt Schnee und ich tausche die dünnen gegen die dicken Handschuhe. Eigentlich eine tolle Wanderung, schöne Blicke ins Tal, aber Carmen und Oli rennen mir viel zu sehr, als dass ich's genießen kann. Alle Hütten haben geschlossen….Doch irgendwann ist das Ziel nah, letzter Stop an einer Aussichtsstelle und dann steil bergab zum Gasthaus Rössle. Ich bin echt fertig, aber nach einer Schwarzwälder Kirschtorte geht's zwei Stunden in die Sauna!!! Huhu! Abendessen und einen tiefen Schlaf.

9.4.2012

Beim Rössle nach tollem Frühstücksbüffet los, gleich mal bergauf... Schneetreiben, dann Regen, Wind... Und immer weiter hoch. Ich dacht' s wird einfacher... Im Nebel, ständigem Regen und kaltem Wind über die Hochebene, tolle Landschaft... Aber heute schmerzt einfach der Körper. Trotzdem ist dann heute doch alles viel einfacher, wir laufen zügig und nach 15 Kilometer und Dauerregen erreichen wir das Café Pfauß. Da ist's warm und der Kaffee schmeckt. Die heutige Pause dehnt sich fast auf ne Stunde, müssen uns aufwärmen, trocknen, Carmen hat Schmerzen, Oli Knieprobleme... Bei mir gehts, mit tut nur einfach alles weh ;) Kuchen schmeckt etwas alt, dafür ist's günstig...Die letzten neun Kilometer sind dann auch machbar, obwohl meine Kräfte einfach nachlassen. Die klobigen Bergschuhe waren zwar die ersten drei Tage gut, jetzt auf dem Ebenen merke ich ihr Gewicht und meine Fußsohle tut weh, vom unbeweglichen Schuh. Gasthof Höhenhäuser überrascht sehr positiv und ich bereue meinen Kuchenhunger nicht bis hier her aufgehoben zu haben. Jetzt warm geduscht und ruhen, später gibt's leckeres Essen und den Abschiedsschnaps.

10.4.2012

Letzter Tag und das Wetter ist super. Wir frühstücken lecker in den Höhenhäusern und verabschieden uns wehmütig von den netten Wirtsleuten nicht ohne die Zusicherung, dass wir wieder kommen. Nach einer halben Stunde wechseln wir schon unsere kompletten Kleider und ziehen uns sommerlich an mit Sonnenbrille und kurzen Hosen. Dann gibts gleich wieder die nächste Pause am Wanderheim. Die Sonne scheint, es ist warm, wunderschöne Aussichten in die Rheinebene, Kaiserstuhl, Vogesen, aber auch auf unsre schon gewanderte Etappe, Rohrhardsberg, Kandel und im Hintergrund der schneebedeckte Feldberg. Wiesen und Wälder, kleine versteckte Täler und überall die blühenden (Kirsch-) Bäume verwandeln die Landschaft in ein wunderschönes Bild. Aber auch dieser Tag zieht sich noch und anstatt dass es wie erwartet nur noch bergab geht kämpfen wir uns immer wieder auch kleine Erhebungen hoch. Endlich erahnen wir in der Ferne Waldkirch, aber Wegschlingen und Kurven verlängern den Weg noch um einige Kilometer. Kurz noch ein Blick in die Kastelburg… aber nur kurz und dann die letzten Serpentinen runter nach Waldkirch…. In der Ferne zieht sich ein Unwetter zusammen und wir verabschieden uns schnell von Waldkirch.

Die 5 Tage waren super schön. Sie waren anstrengend und das Wetter hat alles gemacht, was es konnte, Schnee, Regen, Sonne, Wind, Nebel, …Der Steig ist wunderschön, anspruchsvoll und sehr abwechslungsreich – absolut empfehlenswert, aber nicht zu unterschätzen! Wir kommen sicher mal wieder –vielleicht bei anderem Wetter! Miriam

Schaut Euch die tollen Bilder auf Facebook an und lest das Tagebuch.

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